International Democratic Alliance: Ein Pre-Enactment der Universität Zürich und dem Zürcher Theater Spektakel
Zürich, August 2027. Liberale Demokratien stehen weltweit unter Druck. Autoritär und autokratisch agierende Regierungen gewinnen an Einfluss, während die internationale Zusammenarbeit zunehmend ins Stocken gerät. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick der Weltöffentlichkeit überraschend auf Zürich: An der Universität Zürich einigen sich Vertreterinnen und Vertreter von über 40 Demokratien auf die Gründung einer neuen multilateralen Organisation zum Schutz und zur Stärkung demokratischer Ordnungen – der International Democratic Alliance (IDA).
Die Schweiz als Gastgeberin wird von dieser unerwarteten Einigung überrascht. Nun stellt sich eine grundlegende Frage: Soll der neutrale Kleinstaat und eine der ältesten und stabilsten Demokratien der Welt diesem Bündnis beitreten? Der Bundesrat zögert. Die Charta der neuen Organisation geht ihm zu weit. Doch seit einem Parlamentsentscheid im Frühjahr 2027 liegt die letzte Entscheidung bei internationalen Verhandlungen nicht mehr allein in den Händen der Regierung. Eine per Los ausgewählte Schweizer Bürgerdelegation erhält das Mandat, über den Beitritt zu befinden.
Die Delegierten haben lediglich zwei Stunden Zeit, um eine Entscheidung von historischer Tragweite zu treffen.
Achtzig Jahre nach Winston Churchills berühmter «Zürcher Rede» in der Aula der Universität Zürich, in der er 1946 für ein geeintes und demokratisches Europa warb, stellt sich die Frage erneut – wenn auch unter veränderten Vorzeichen: Welche politischen Institutionen, Bündnisse und Formen der Zusammenarbeit müssen wir heute schaffen, damit wir morgen in Frieden, Sicherheit und Freiheit leben können?